Stabilisierung PFAS-belasteter Böden: Neue Erkenntnisse aus einer Machbarkeitsstudie
PFAS-belastete Böden entwickeln sich in Europa zunehmend zu einem Sanierungsengpass: strengere Grenzwerte, begrenzte Entsorgungswege und hohe Mobilität der Substanzen zwingen Kommunen und Eigentümer zu neuen Lösungswegen. Ein aktueller Fachbeitrag im UPDS-Mag stellt nun erstmals detaillierte Ergebnisse deutscher Stabilisationsversuche vor — und zeigt, welches Potenzial sorptionsbasierte Verfahren tatsächlich besitzen.
Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie begleiteten Experten umfassende Laboruntersuchungen auf einem PFAS-belasteten Standort in Deutschland. Getestet wurden hochaktiviertes Biochar, verschiedene Aktivkohlen sowie ein modifiziertes Tonmaterial. Im Fokus stand die Frage, wie stark diese Adsorbentien die Eluierbarkeit von PFAS reduzieren und ob eine langfristige Immobilisierung im Boden realistisch ist.
Die Resultate sind bemerkenswert: Aktiviertes Biochar und Fluoro-Sorb 100 erreichten in allen getesteten Bodenhorizonten Reduktionsraten von über 99 %, ohne erneute Freisetzung über einen Zeitraum von neun Wochen. Damit erfüllen stabilisierte Bodenproben bereits heute die für 2025 geltenden deutschen VK2-Kriterien — ein Hinweis darauf, dass bestimmte Bodenfraktionen künftig vor Ort verbleiben könnten, statt entsorgt werden zu müssen.
Die Autoren betonen zugleich: Die Technologie ist vielversprechend, aber großtechnische Pilotversuche sind notwendig, um Mischungshomogenität, hydrogeologische Stabilität und langfristige Wirksamkeit unter realen Standortbedingungen abzusichern.
Der Fachbeitrag wurde von Andrew Rolfe (RSK Alenco), der die ursprüngliche Studie maßgeblich begleitete, und Julien Breton (RSK Environnement), der die Ausarbeitung des Artikels übernahm, gemeinsam veröffentlicht. Den vollständigen Artikel mit allen Versuchsdaten finden Sie auf den Seiten 17–19 des aktuellen UPDS Mag.