Beim Rückbau des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Demag am Grundschötteler Berg in Wetter (Ruhr) wird ein industriell geprägter Standort systematisch in einen baureifen Zustand überführt. Im Zentrum steht ein technisch kontrolliertes Rückbau- und Sanierungskonzept, das selektive Dekonstruktion, konsequente Materialtrennung und eine strukturierte Untergrundsanierung verbindet. Die Maßnahmen schaffen die Voraussetzungen für die zukünftige Revitalisierung und Nachnutzung des Standorts.
Rund 30.000 Kubikmeter mineralischer Baustoffe werden vor Ort aufbereitet und für die spätere Wiederverwendung vorgesehen. Ziel ist es, Stoffkreisläufe am Standort zu schließen und Transport- sowie Entsorgungsaufwand deutlich zu reduzieren.
Das Projekt zeigt beispielhaft, wie sich technische Präzision, Umweltverantwortung und wirtschaftliche Standortentwicklung miteinander verbinden lassen.
Projekthintergrund
Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Demag wurde in den 1970er-Jahren errichtet und steht seit 2015 leer. Das Areal soll künftig für Wohn- und Einzelhandelsnutzungen entwickelt werden. Voraussetzung dafür ist die fachgerechte Revitalisierung des Standorts einschließlich Rückbau, Altlastenmanagement und Vorbereitung des Baugrunds.
Herausforderung
Neben dem Rückbau des Verwaltungsgebäudes mit einem umbauten Raum von rund 80.000 m³ umfasst das Projekt die Untersuchung und Behandlung belasteter Bereiche. Zusätzlich müssen rund 13.000 m³ Schlackenmaterial unterhalb des Kellers untersucht, bewertet und entsprechend den umweltrechtlichen Anforderungen behandelt werden. Die frühzeitige Identifikation technischer und umweltrelevanter Anforderungen sowie die enge Abstimmung zwischen Auftraggeber, Fachgutachtern, Behörden und ausführenden Unternehmen waren wesentliche Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung des Projekts.
Projektergebnis
Im Rahmen des Projekts wurden bisher rund 30.000 m³ mineralische Baustoffe aufbereitet. Darüber hinaus werden etwa 16.000 Tonnen Betonbruch direkt vor Ort wiederverwendet. Durch die Aufbereitung und Nutzung der Materialien am Standort können Transportaufwand, Entsorgungsmengen und die damit verbundenen Emissionen reduziert werden. Gleichzeitig entsteht ein baureifer Standort mit dokumentierter Stoffstrom- und Risikotransparenz als Grundlage für die zukünftige Entwicklung des Areals.
Klare Verantwortung: Entwicklung des Standorts
Auftraggeber des Projekts ist Konecranes. Als Eigentümer verantwortet das Unternehmen die langfristige Entwicklung des Areals und setzt auf ein ressourcenschonendes sowie regulatorisch abgesichertes Vorgehen. Der Rückbau ist damit Teil einer strategischen Standorttransformation – mit dem klaren Ziel, eine sichere Grundlage für die geplante Neubebauung zu schaffen.
Die operative Umsetzung erfolgt durch die H. Herzog KG. Nach abgeschlossener Entkernung begann der kontrollierte Rückbau der Tragstruktur. Zum Einsatz kommt ein Longfront-Bagger mit rund 35 Metern Ausleger, ausgestattet mit hydraulischen Abbruchzangen. Dieses Verfahren ermöglicht eine präzise Demontage der Stahlbetonbauteile und eine saubere Trennung der Materialien. Das anfallende Material wird vor Ort zerkleinert, klassifiziert und für die spätere Wiederverfüllung vorbereitet. Die selektive Dekonstruktion ist dabei keine reine Effizienzmaßnahme, sondern Voraussetzung für eine hochwertige stoffliche Verwertung. Im Zuge der Arbeiten wurden zudem belastete Baustoffe, darunter asbesthaltige Bauteile, identifiziert, fachgerecht ausgebaut und entsprechend den gesetzlichen Vorgaben entsorgt.
Umwelt- und baugrundtechnische Steuerung: Althoff & Lang GmbH, Teil der international tätigen RSK-Gruppe. Zu den zentralen Leistungen gehören:
- Fachliche Begleitung der Schadstoffsanierung (u.a. Asbest)
- Beprobung und materialtechnische Bewertung der mineralischen Baustoffe
- Entwicklung des Verwertungs- und Materialmanagementkonzepts
- Konzeption- und Qualitätskontrolle der Untergrundsanierung (Grundwasser- und Bodenschutz)
- Konzeption und Qualitätskontrolle zur Herstellung eines tragfähigen Untergrundes zur Bebauung (Ingenieurgeologie)
Die RSK-Unternehmen Dr. Tillmanns & Partner sowie GeoExperts ergänzten das Projektteam mit ihrer Expertise in den Bereichen Hydrogeologie und Sicherheitsmanagement.
Flächenentwicklung mit System
Das Projekt am Grundschötteler Berg verdeutlicht, wie Rückbau, Altlastensanierung und ressourcenschonendes Materialmanagement die Voraussetzungen für die zukünftige Nachnutzung eines ehemaligen Industriestandorts schaffen.
Der strukturierte Rückbau, die Vor-Ort-Aufbereitung von rund 30.000 m³ mineralischem Material sowie die systematische Untergrundsanierung bilden die Grundlage für die weitere Entwicklung des Standorts. Gleichzeitig wird deutlich, wie sich ökologische Verantwortung, Kreislaufwirtschaft und technische Präzision in komplexen Revitalisierungsprojekten miteinander verbinden lassen.
Über Althoff & Lang
Die Althoff & Lang GmbH – Baugrund- und Umweltberatung mit Sitz in Köln – ist seit 2021 Teil der international tätigen RSK-Gruppe. Das Unternehmen begleitet Bau- und Infrastrukturprojekte in allen Phasen – von bodenmechanischen Gutachten (Ingenieurgeologie) und Standsicherheitsanalysen über umwelttechnische Bewertungen bis hin zur Planung und Überwachung von Rückbau- und Sanierungsmaßnahmen.
Der Schwerpunkt liegt auf der fachtechnischen Steuerung komplexer Industrie- und Altstandorte mit erhöhten umweltrechtlichen Anforderungen.

